Über Miriam Künzler

Meine Entwicklung als Künstlerin

Ein Weg durch Umbruch, Krankheit und Glaube — und wie aus all dem Farbe wurde.

Miriam Künzler am Zwischenahner Meer

Wo alles begann

Geboren wurde ich in Pforzheim, aufgewachsen bin ich in Reutlingen. Mit 16 Jahren zog ich mit meiner Mutter und meinem Bruder nach Offenbach am Main. Dort absolvierte ich die zweijährige Werkreal­schule in der Fachrichtung Sozial­pädagogik. Es machte mir große Freude, handwerkliche Fächer in pädagogischer Anwendung kennenzulernen und meine Kreativität zu nutzen — Geschichten zu schreiben und zu gestalten, um Kindern etwas zu vermitteln.

Parallel besuchte ich Kurse der Jugend­kunst­schule und lernte neue Techniken und Formen der Kunst. Nach der mittleren Reife wechselte ich ans Rudolf-Koch-Gymnasium und festigte meine Fähigkeiten im Kunst-Leistungskurs.

Ein Preis, ein Wunsch — und ein innerer Druck

2008 nahm ich am Schreib­wettbewerb „Migrations­koffer“ teil. Mein Gedicht „Heimat“ wurde ausgezeichnet und gemeinsam mit dem dazu entstandenen Bild in einem Buch veröffentlicht. In Text und Bild setzte ich mich mit meiner ererbten brasilianischen Staats­bürger­schaft auseinander. Obwohl ich ausschließlich deutsch­sprachig aufgewachsen bin, faszinierte mich, dass meine Mutter als Missionars­kind in Brasilien geboren und aufgewachsen war.

In dieser Zeit wuchs der Wunsch, mich beruflich ganz der Kunst zuzuwenden. Meine Kunst­lehrer erkannten meine Begabung und bestärkten mich. Doch mein Perfektionismus führte mich in einen ungesunden Leistungs­druck. Ich fühlte mich nicht gut genug — und traute mich deshalb nicht, mich an einer Kunst­hochschule zu bewerben. Durch gesundheitliche und traumatische Einschnitte beschäftigte ich mich Anfang 20 wieder mehr mit Gott und meinem Glauben.

„Ich stellte mich bewusst meiner Vergangenheit, um eine andere Zukunft zu haben.“

Theologie, Ehe und ein neuer Anfang

2011 begann ich das Theologie­studium an der Theologischen Hoch­schule Reutlingen. Dort lernte ich meinen Mann kennen und lieben; 2013 heirateten wir standes­amtlich. Nach dem schweren Verlust meiner Schwieger­mutter im Frühjahr 2014 stellte ich mich bewusst meiner Vergangenheit — auch um meiner jungen Ehe willen.

Um meine langjährige Depression und Magersucht zu bearbeiten, brauchte ich 2015 einen achtwöchigen stationären Aufenthalt in einer psycho­somatischen Klinik. Ich verließ sie mit Normal­gewicht. Es war dasselbe Jahr, in dem ich mich taufen ließ — und in dem sich die Mal­blockade löste, die mich seit dem Abgang vom Gymnasium begleitet hatte. Von diesem Zeitpunkt an malte ich abstrakt und intuitiv. Ein Jahr später heirateten Michael und ich kirchlich, und ich konnte auch die bis dahin zehn Jahre andauernde Depression bearbeitet hinter mir lassen.

Farbe aus der Not

2017 wurde unsere erste Tochter geboren; mit ihrer Geburt beendete ich mein Theologie­studium. In den folgenden Jahren widmete ich mich neben der Elternzeit immer mehr dem Experimentieren mit Farben und Konsistenzen und eignete mir das abstrakte Malen an. 2019 erhielt mein Mann nach seinem Master­abschluss seine erste Dienst­zuweisung als Pastor einer evangelischen Freikirche in Karlsruhe.

Vier Tage vor Weihnachten 2019 mussten wir mit unserer Tochter in die Notaufnahme. Am selben Abend stand die Diagnose fest: Leukämie. Am nächsten Tag begann die Chemo­therapie. Ihre 14-monatige Intensiv­therapie war von schweren Komplikationen und Infekten geprägt — und fiel mitten in die Corona-Zeit, in der nur ein Elternteil die langen Kranken­haus­etappen begleiten durfte. Um das Erlebte zu verarbeiten, begann ich erneut zu schreiben und nutzte die einsamen Stunden zum Malen. So entstand kurz vor Weihnachten 2020 — aus der Not heraus, keine Geschenke zu haben — ein erster Kalender mit meinen Texten und Bildern.

„Aus der Not, keine Geschenke zu haben, wurde ein Kalender voller Bilder und Worte — der erste Schritt zu KünzlerArt.“

Vom Kalender zum Verlag

In diesem Umbruch entschieden wir uns für eine bewusste Neu­ausrichtung auf Gott und schlossen uns für ein halbes Jahr einer Bibel­schul­gemeinschaft an. Von dort aus beendete unsere Tochter ihre zweijährige Chemo­therapie. Als Dankeschön an alle Beter und Unterstützer druckten wir einen weiteren Kalender. Über eine Unterstützerin gelangte er zum Verlag Blessings4you — der sich daraufhin bei mir meldete. So entstand mein erstes Geschenk­büchlein „Glauben und sehen — Mut machendes in schweren Zeiten“ (Mai 2022).

Mit unserem Neustart im pastoralen Dienst in Oldenburg entstanden die Kalender „Bunte Gedanken“ 23 und 24 sowie ein weiteres Geschenk­büchlein, „Gutes und Schönes — auf all deinen Wegen“ (2024). Ende 2023 wurde unsere zweite Tochter in Oldenburg geboren.

Wieder Licht ins Dunkel

Nach langwieriger Erkrankung meines Mannes entschlossen wir uns 2025 zu einem Kirchen­wechsel und einem Neuanfang im Süden Deutschlands. Ende 2025 zeigte meine jüngere Tochter erste Anzeichen einer Blut­erkrankung. Leukämie konnte ausgeschlossen werden — es begann die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Vor Kurzem brachte Gott auch hierin Licht ins Dunkel: Die Ärzte stellten eine seltene Keimbahn­mutation als Ursache fest. Auch meine ältere Tochter wird in ihrem letzten Nachsorge­jahr engmaschig kontrolliert, sodass ich inzwischen wieder voll in der Pflege bin.

Bereits in Oldenburg schlossen mein Mann und ich uns der Online-Jüngerschafts­schule „Tochter und Sohn“ von Inka und Jeremy Hammond an. Aus dem „Tochter und Sohn“-Treffen 2025 entstand die Herzens­verbindung und Zusammen­arbeit für meine erste Ausstellung im Lebenshaus Osterfeld. Dafür gestaltete ich meine ersten Postkarten — und gründete das Unternehmen KünzlerArt.

„Mein Wunsch ist es, durch KünzlerArt meine Kunst als bunte Ermutigungen des Glaubens zugänglich zu machen.“

Die Ausstellung „Licht und Leben“ wird ab dem 23. August 2026 (Vernissage) in der Liebenzeller Gemeinschaft Hofheim bis zum 22. November 2026 fortgeführt. Inzwischen ist mein erstes Geschenk­büchlein vergriffen — der Verlag plant für August bereits eine zweite Auflage.